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market rasen

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"das gegenteil von einfach" für den 45-jährigen, stark vom britischen saxofonisten lol coxhill beeinflussten max nagl, gab es dabei einiges zu entdecken: "namentlich war mir wyatt schon ein begriff. ich kannte ihn aber vor allem als sänger von michael mantler und ein paar soft machine-stücke. als songwriter hab ich ihn erst jetzt kennen gelernt. auch wenn er gerne tiefstapelt, seine lieder sind das gegenteil von einfach, deshalb geben sie im jazzkontext viel her." neben drei heftigen eigenkompositionen finden sich auf market rasen acht wyatt-stücke und eine adaption von jacques offenbachs baccarole, das nagl mit interessanten overdubs angeht. drei songs stammen von wyatts meisterwerk old Rrottenhat daneben gibt es liebevolle deutungen neuerer stück wie cp jeebies, auch born again cretin aus der berühmten arbeiterliederplatte nothing can stop me. dank nagl geriet das schwärmerische, teils lustvoll in free-jazz-gefilde ausfransende opus indes nicht ganz unpolitisch. auf a saturday in new york quillt volkszorn unterschiedlichster ethnien. nagl: "da verwendete ich sprachfetzen, die ich bei verschiedenen demonstrationen an einem nachmittag aufnahm." über diesen tagespolitischen petitessen herrschte aber bei der umsetzung wyatts dogma vom unbedingten vorrang des strebens nach schönheit in der kunst, einer schönheit, die auch an ungewohnten orten zu finden ist. etwa auf dem provinzbahnhof market rasen. (samir h. köck)