handsemmel records

 

das kleine, feine label für mundgeblasenen jazz

am beginn stand eine hochzeit. klaus nüchtern, kulturchef der wiener stadtzeitung "falter", ließ das album "bridal suite" (2005, franz koglmann & oskar aichinger) zunächst als hochzeitsgeschenk für einen freund einspielen, aber harald tautscher (lotus records) war vom ergebnis so angetan, dass er das album schließlich auch einer breiteren öffentlichkeit zugänglich machte.

handsemmel records war gegründet und ein jahr später folgte das album "market rasen" (max nagl), das sich der musik der britischen pop-ikone robert wyatt widmet, den klaus nüchtern seit langem verehrt und 2003 zu einem interview treffen konnte. beide alben wurden von der presse sehr wohlwollend aufgenommen und besprochen.

seit 2008 erscheinen die cds in kooperation mit dem wiener label cracked anegg records.

a day in my life

VÖ: 31.03.2017

 

 


Omerzell | Siewert | König
Battleship Euphoria

musicians | musiker: benny omerzell/hammond organ, fender rhodes, piano, martin siewert/electric & baritone guitars, lapsteel, electronics, lukas könig/drums, synths;

beschreibung: Mit „Battleship Euphoria“ steuern Handsemmel Records neue Gestade an. Ursprünglich als „Label für mundgeblasenen Jazz“ gegründet erscheint erstmals ein gänzlich bläserfreies Album. Und weil man sich für die erst achte Produktion innerhalb von 13 Jahren diesmal besonders viel Zeit genommen hat, warf man allen kleingeistigen Dünkel über Bord und öffnete die Genre-Schleusen bis zum Anschlag.

Als Kapitän engagierte Label-Reeder Klaus Nüchtern den von der Jazz-und-Improv-Combo Kompost 3 bekannten Keyboarder Benny Omerzell, der über die Mannschaft nicht erst lange nachdenken musste und seinen – auch aus dem legendären Wiener Duo König Leopold bekannten – Bandkollegen Lukas König am Schlagzeug sowie den Gitarristen und Elektroniker Martin Siewert (Radian) an Bord holte.

Ursprünglich unter der Assoziationsvorgabe „Disco im Kirchenklub“ angesteuert, entwickelte sich das Projekt im Laufe seiner Geschichte in eine etwas andere Richtung. Euphorie, Ekstase blieben maßgeblich, das Motto „Klotzen, nicht Kleckern“ sowieso. Hinzu kam ein gleichermaßen spröder wie suggestiver Sound, der in Kombination mit den störrischen Schwere-Wetter-Grooves die erratische Erhabenheit skandinavischer Küstenlandschaften evoziert. Konfrontation statt Fusion – mit der Lizenz zu progrockistischem Teilzeitbombast, Orgelgewittern und Gitarreorkanen.

Auf Grundlage von ausgedehnten improvisierten Sessions, deren Material bis zu Martin Siewerts finalem Mix in zahlreichen Arbeitsgängen zerlegt, gewalzt, gehärtet, genietet und verschweißt wurde, entstand ein Album von klassischem LP-Format (fiktive A- und B-Seite, reale 43 Minuten), das Wendigkeit mit hoher Durchschlagskraft verbindet: „Battleship Euphoria“ – klar zum Gefecht!

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a day in my life

VÖ: 09.10.2015

 

 


koglmann | arcari | pasztor
g(ood)luck

musicians | musiker: franz koglmann/fluegelhorn, trumpet; mario arcari/english horn, oboe, attila pasztor/cello;

beschreibung: Mit seinem Album „The Bridal Suite“ (2005), einer Burt-Bacharach-Hommage, das Franz Koglmann gemeinsam mit dem Pianisten Oskar Aichinger eingespielt hat, stand der Wiener Trompeter und Flügelhornist auch an der Wiege von Handsemmel Records: Das „feine Wiener Label für mundgeblasenen Jazz“ war vom Wiener Kulturjournalisten und Literaturkritiker Klaus Nüchtern eigens gegründet worden, um dieses Hochzeits-geschenk für einen Freund zu veröffentlichen. Ein gutes Jahrzehnt und ein halbes Dutzend Alben später kehrt Koglmann nun in die Jazz-Backfiliale zurück:
Erstmals ist auf „G(ood)luck“ sein neues Trio Koglmann | Arcari | Pasztor zu hören, ein Kammerjazz-Ensemble in ungewöhnlicher Besetzung, das es schafft, die Eleganz der Oper des 18. Jahrhunderts mit der Coolness des West Coast Jazz der 50er-Jahre und der atmosphärischen Dichte der Filme von Michelangelo Antonioni zu vereinen.
Der Titel des Albums spielt auf Christoph Willibald Gluck an. Dessen Vertonungen der Oden von Friedrich Gottlieb Klopstock waren – in Form eines Auftrags der Internationalen Gluck-Opernfestspiele Nürnberg 2014 – Initialzündung für die Gründung des Trios gewesen. Auf „G(ood)luck“ hat sich Koglmann aber nicht nur von dem deutschen Opernkomponisten inspirieren lassen (der im Übrigen einen bedeutenden Teil seiner Werke in Wien komponierte, wo er auch verstarb), sondern auch ein Friulanisches Volkslied und zwei Stücke aus Filmen von Antonioni neu arrangiert: Giorgio Gaslinis „Blues All’Alba“ aus „La Notte“ (1961) und einen Twist von Giovanni Fusco aus „L’Eclisse“ (1962).

Dass dieser Spagat souverän gelingt, liegt zum einen an Koglmanns Fähigkeit, verschiedenste musikalische und außermusikalische Einflüsse zu einem ureigenen Personalstil zu amalgamieren, zum anderen an der Besetzung des Trios: Der erfahrene Koglmann-Kollaborateur Mario Arcari (Englischhorn, Oboe) und der international gesuchte Cellist Attila Pasztor machen „G(ood)luck“ zu einem ebenso vielschichtigen wie stringenten Album, auf dem sich Abgründigkeit und Leichtigkeit nicht ausschließen. So melancholisch das Sujet von Stücken wie „Early Graves“ auch ist, eines wird klar: Auf diesem Friedhof wird auch getanzt.

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a day in my life

VÖ: 12.09.2014

supported by:

ske aume


max nagl | herwig gradischnig | peter herbert | michael vatcher
a day in my life

musicians | musiker: herwig gradischnig/tenor sax, alto sax on track 5; max nagl/alto sax; peter herbert/bass; michael vatcher/drums;

beschreibung: Der Beatles-Song "A Day in the Life", den viele mit guten Gründen für die beste Lennon/McCartney-Komposition *ever *halten und der auf dem Album auch mit allem gebührenden Respekt, wenn auch nicht ohne Lust an frei improvisierter Allotria gecovert wird, bildete die Assoziationsvorgabe für "A Day in My Life". Es geht um den Tagesablauf im Leben einer Person – mit all seinen unterschiedlichen Stimmungen, Anforderungen und Zumutungen. Ein Stück wie "Bipolare Nachtruhe" bringt es programmatisch auf den Punkt, worum es bei dieser Musik jedenfalls auch geht: Um Gegensätze, die nicht applaniert werden sollen, sondern zu abrupten Wechseln führen oder simultan existieren, so dass sich das Paradox einer hellwachen Schläfrigkeit einstellen mag. Mit Max Nagl, Herwig Gradischnig und Peter Herbert sind drei der kreativsten und renommiertesten Jazz-Musiker des Landes erstmals miteinander ins Studio gegangen (und haben alle auch Kompositionen beigesteuert). Der in Amsterdam lebende US-Drummer Michael Vatcher, bekannt aus dem phantastischen Trio Jewels and Binoculars, das sich ausschließlich der Musik von Bob Dylan widmet, war die Wunschbesetzung des Produzenten. Die entsprechende Anfrage beantworte Vatcher mit "how sweet, I'm interested."

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under western skys

VÖ: 14.10.2011

gradischnig-schwinn-pirker
under western skies

musicians | musiker: herwig gradischnig/tenor saxophone, bass clarinet; frank schwinn/guitar, live electronics; herbert pirker/drums;

beschreibung: In dieser Musik schwingen "Country" und "Western" mit, ohne dass sie nach Country & Western-Musik klänge - wenngleich das ein oder andere Zitat aufblitzen mag, die eine oder andere Reminiszenz gestattet sei. Landschaften und Westernfilme, und natürlich die Landschaften in Westernfilmen standen als Assoziationsvorlagen am Beginn des Projekts Under Western Skies. Aber nicht, um sie erzählend mit Cowboys und Indianern, Büffelherden und Wagenburgen vollzuräumen oder um der Wildnis Farmland abzutrotzen, das eingezäunt, parzelliert, umkämpft und verschachert werden will, sondern um in ihnen den Traum vom Raum selbst zu träumen, den Mythos von der Weite musikalisch auszuloten, ohne von der Vielfalt der Möglichkeiten, die sich - zwischen Kitsch und Kontemplation - auftun, zu erschrecken. Und wer es lieber mit Theodor W. Adorno hält, dem sei ein Bonmot aus dessen "Minima moralia" mit auf den Weg gegeben: "Schönheit der amerikanischen Landschaft: daß noch dem kleinsten ihrer Segmente, als Ausdruck, die unermeßliche Größe des ganzen Landes einbeschrieben ist."

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c.o.d.e.

VÖ: 04.02.2011

ekg
a word to the sufficient

musicians | musiker: oskar aichinger/stimme, fender rhodes, orgelpositiv, klavier; susanna heilmayr/stimme, barockoboe, viola, toys; burkhard stangl/stimme, akustische und elektrische gitarren, vibraphon; achim tang/stimme, bass;

beschreibung: die gründung der formation ekg und damit auch die einspielung der cd „a word to the sufficient“ geht auf einen produzentenwunsch zurück; dass dabei die ursprünglichen intentionen nicht annähernd erfüllt wurden und trotzdem produziert wurde, spricht zweifelsfrei für ihn, den produzenten und handsemmel-labelchef klaus nüchtern. der wünschte sich nämlich eine zeitgemäße auseinandersetzung mit dem evangelischen kirchen-gesangsbuch (ekg), die zu herzen geht (elektrokardiogramm). nichts weniger wurde allerdings bearbeitet als die großartigen choräle wie etwa „nun ruhen alle wälder“ oder „o haupt voll blut und wunden“, man fühlte sich vielmehr inspiriert zu eigenem, herzerwärmenden texten, komponieren und sogar singen. somit hat der katalysator ekg neue, vielleicht, und das sei dem geneigten hörer überlassen, zu entscheiden, sogar bemerkenswerte hervorbringungen gezeitigt, die zwischen song, kunstlied und freier improvisation changieren.

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c.o.d.e.

supported by:

ken vandermark | max nagl | clayton thomas | wolfgang reisinger
c.o.d.e.

musicians | musiker: ken vandermark/reeds; max nagl/reeds; clayton thomas/bass; wolfgang reisinger/drums;

beschreibung: c.o.d.e. ist ein tribute an zwei zentralgestirne der jazzgeschichte: ornette coleman und eric dolphy, die mit ihren initialen dem projekt auch den namen gegeben haben. die 4 musiker, die sich zur neusichtung dieser mittlerweile "klassisch" gewordenen musik erstmals zusammengefunden haben, belegen deren weltumspannende und generationenübergreifende relevanz. die österreicher max nagl und wolfgang reisinger treffen auf den überaus umtriebigen amerikaner ken vandermark und den australischen shooting-star clayton thomas.

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market rasen

Live: Max Nagl “Market Rasen”

Jazzfestival Frankfurt, Freitag, 31.10.08, 19.00 Uhr – The Wyatt Variations

mehr info gibt es hier!

nagl | wenger | pirker
market rasen

musicians | musiker: max nagl/alto saxophone, clarinet, samplings; clemens wenger/synth; herbert pirker/drums; bradley jones/bass (01, 06, 08)

beschreibung: "meine basis ist die popmusk, weil ich aber mit jazz und klassik aufgewachsen bin, drängen sich elemente dieser stile in meine kleinen songs. auch wenn ich jazzmusiker beschäftige und an allerlei technischen geräten herummache, bin ich im grunde nicht sehr gut ausgebildet. ich bin halt nur ein englischer popmusiker." (robert wyatt) seit 1970 hat der rauschebärtige künstler 13 von der kritik äußerst geschätzte alben eingespielt. nur wenigen gelingt es, lieblichkeit und widerborstigkeit, politische losung und reine poesie derart spannend zu verbinden. seine lieder werden gerne gecovert oder durch jazzer neu gedeutet. vor einigen jahren hat ihm der österreichische elektronik-musiker christoph kurzmann ein album zugeeignet, nun ist jazzsaxofonist max nagl dran. market rasen heißt das opus, das heuer in saalfelden vorgestellt wird. angeregt hat es klaus nüchtern, im brotberuf kulturchef der wiener stadtzeitung "falter". Sein junges label nennt sich nicht unknusprig handsemmel records. Nach dem erfolg der ersten handsemmel-platte, bridal suite, einer eigenwilligen burt-bacharach-tributeplatte von oskar aichinger und franz koglmann, stand nun robert wyatt im fokus.

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the bridal suite

franz koglmann | oskar aichinger
the bridal suite

musicians | musiker: franz koglmann/flugelhorn; oskar aichinger/piano;

beschreibung: der titel des albums ist doppeldeutig und doppelt zutreffend: the bridal suite ist eine hochzeitssuite fürs brautgemach. als hochzeitsgeschenk entstanden ("wife and lovers!")spielen sich oskar aichinger (klavier) und franz koglmann (flügelhorn) durch circa viereinhalb jener liebesdramen, wie sich burt bacharach in zusammenarbeit mit seinem kongenialem texter hal david in unverwechselbaren songs voller raffinierter harmonien und bittersüßer melancholie komprimiert hat. nicht zu unrecht hat erst unlängst jarvis cocker (pulp) bacharach/david zum genialsten songwriter-duo des vorigen jahrtausends erklährt und nicht zufällig umfasst die legion der bacharach-interpreten so unterschiedliche musiker wie mel tormé und the stranglers, dusty springfield und issac hayes, dionne warwick und the white stripes. aichinger und koglmann reihen sich würdig ein in die legion berühmter interpreten: romantisch, ironisch, melancholisch und brachial, aber immer mit hörbarem respekt vor der substanz und eleganz dieser wundervollen musik.

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