Ö1 – Spielräume
„I remember Joe“ hat der österreichische Saxofonist Harry Sokal sein jüngstes Trio-Album genannt. Das kleine Bild am ansonsten weißen Cover – eine zum Kapperl reduzierte, gehäkelte Mütze mit bunten horizontalen Streifen – macht klar, welcher Joe hier gemeint ist: Joe Zawinul. Dessen Komposition „In a silent way“, angelehnt an jene Version, die Miles Davis 1969 berühmt gemacht hat, ist das Herzstück des Albums. Der Geist Zawinuls ist aber auch in Sokals eigenen Stücken stets spürbar, etwa in immer wieder dezent eingesetzten elektronischen Klangeffekten, vor allem aber im unheimlich präzisen Zusammenspiel mit Schlagzeuger Herbert Pirker und E-Bassist Jojo Lackner. So funky und groovebetont wird hier musiziert, dass die drei ihrem Bandnamen mehr als gerecht werden: Harry Sokal Groove Unlimited. Und Groove war auch für Joe Zawinul essentiell im Jazz.
Michael Neuhauser – 22.01.26
