Concerto | 3

Der junge Trioler Schlagzeuger Max Plattner gibt einem Trio senen Namen, das er zusammen mit den beiden Italienern Lorenzo Sighel am Altsaxofon und Maroc Stagni an den Bässen bildet. Nach zwei veröffentlichten EPs („Beta EP“, „Beats & Ballads“), schießen sie jetzt ein 14stückiges Album nach, das sie lapidar „II“ nennen, oder vielmehr ∏, die irrationale Kreiszahl, die stets unendlich lang und nicht periodisch, sich niemals vollständig darstellen lässt. Jedem Virtuosentum abhold, legen die Drei ihr Spiel als eine Konversation an, der es nicht um individuellen Ausdruck geht, in der die Thematisierung immer schon hinter die genussvolle rhetorische Selbstdarstellung, die auf das Gegenüber wirken, es beeindrucken und herausfordern will, zurücktritt.
Lakonischer Spielwitz, trocken-vibratoloser Vortrag. Kurze melodische Motive oder rhythmische Pattern werden so lange angereichert und repetitiv verdichtet, bis der Takt bricht, die Richtung wechselt und der Rücklauf zum Ursprung einsetzt.
In ihren besten Momenten erinnern die Drei an das Odeon Pope Trio mit Gerald Veasley und Cornell Rochester aus den frühen 80er Jahren.

dop / Jun-Jul 2020

 

 

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