Der Standard

1957 war’s, als Maestro Sonny Rollins mit seinem berühmten Album Way Out West die Besetzung Saxofon-Bass-Schlagzeug in den Jazz einführte. Seither schätzen zahlreiche Aerofonisten immer wieder die improvisatorischen Freiheiten, die diese Konstellation aufgrund des fehlenden Harmonieinstruments bietet. Herwig Gradischnig zählt neuerdings zu ihnen: Nach fünf Jahren in Frankreich hat sich der 40-jährige Steirer, der seit 1993 Mitglied im Vienna Art Orchestra ist, der Mitarbeit zweier der gefragtesten jungen Rhythmiker der heimischen Szene, Matthias Pichler (Bass) und Klemens Marktl (Schlagzeug), versichert, und das so entstandene Triumvirat, inspiriert von Samuel Beckett, Ghost Trio genannt.

Die gleichnamige erste CD (cracked Anegg/Lotus) zeigt Gradischnig und seine Kollegen als gekonnt swingende, ihre Motivgedanken stringent und doch überraschungsreich entwickelnde Gesprächspartner.

felb – 11. / 12.03.08

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