Tennengauer Nachrichten

Die Salzburger Jazz-Sängerin Angela Tröndle entlockte ihrer Kehle immer wieder überraschende Töne und große Intervalle, die sie mit großer Sicherheit intonierte. Die 24-jährige Sängerin und Komponistin zeigte mit ihrer Formation „Mosaik“ aber nicht nur ihre Stimmkünste, sondern trat im Halleiner Freysitz auf Einladung des Kulturforums Hallein auch als sensible Komponistin in Erscheinung, die auf träumerischen Pfaden zwischen New York, wo sie einen Studienaufenthalt absolvierte, und ihrer Heimat (eine Ballade etwa war ihrem Großvater gewidmet) wandelte. Tröndle gehört zu jenen Sängerinnen, die mit klarer Stimme kunstvolle Klangbewegungen vollziehen.
Für einen mitunter recht kontrapunktischen Groove-Sound sorgte hingegen ihre Band „Mosaik“. Mit dem Ausnahmetalent Philipp Kopmajer am Schlagzeug, der in der Lungau Big Band bereits mehrmals sein Können demonstrierte, mit Jazzschwergewicht Stefan Heckel am Klavier, dem vielbeschäftigten Bassisten Valentin Czihak und nicht zuletzt Siegmar Brecher am Saxofon nahm Tröndle an diesem Abend auch eine Art Standortbestimmung des österreichischen Jazz vor. Fazit: Er braucht den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. Gerade im Zusammenspiel zeigten die angesagten Nachwuchsmusiker Substanz – immer wieder vervollständigten insbesondere Heckel und Kopmajer die Improvisationen der Solisten mit fein eingestreuten Imitationen und Ergänzungen der Linien.

adi – 31.05.07

0