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Andy Manndorff – ein Verweigerer stilistischer Einseitigkeit – gewährt auf seiner CD „Pandora“ einen Blick in die „Feinmechanik“ seiner Musik. Lyrische Klangmalerei, starke und eingängige Melodik, sowie energetische Grooves prägen den Charakter von Manndorffs erster akustischer Gitarren-CD.
Die klassische Gitarre ist die dezenteste Möglichkeit, weite musikalische Räume der lyrischen Art zu öffnen. Wie Beethoven fand, ist sie „das einzige Instrument, das ein Orchester im Kleinen ersetzen kann“. Andy Manndorff nutzt die ganze Bandbreite der instrumentalen Möglichkeiten. Sein virtuoses Spiel ist frei von Effekthascherei, wirkt eher wie aus dem Ärmel geschüttelt und serviert mit leichter Ironie und diskretem Charme vielfältigste Stimmungen. Dabei gelingt ihm eine außergewöhnliche Balance, Schmerz und Unruhe ohne Irritation auszudrücken aber auch Weite und Schönheit ohne in Schönmalerei zu verfallen.
Somit entsteht ein gleichermaßen anspruchsvolles als auch wohltuendes Album, das nicht zuletzt durch die hochwertige Produktion aus dem Hause more music getragen wird – vielschichtig und doch aus einem Guss. Produzentin Verena Bruckner schafft Klangräume, die manchmal den Eindruck erwecken. als säße man buchstäblich im Inneren der Konzertgitarre, ganz nahe an der Entstehung des Tones, der sich so unmittelbar in seiner ganzen Vielfalt zeigen kann: manchmal kratzend, und schnarrend, dann wieder weich und groß ausschwingend. Ein musikkulinarischer Genuss!

19. März 2017

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