Concerto 01-2026

Gleich vorweg: Harry Sokal ist mit seiner Gruppe ein toller Wurf gelungen. auf dem Live-Album untermauert das Trio, welche Power und Virtuosität in ihm steckt. Bassist Jojo Lackner spielt fulminant und begeistert mit ausladenden präzisen Basslinien; der Drummer Herbert Pirker lässt grandiose Schlagabfolgen hören und verblüfft auf auf höchstem Tempo u.a. mit genialen Snare Wirbeln. Sein Getrommel ist technisch perfekt, geradezu ekstatisch. Bei „In A Silent Way“ oder „Choral“ leitet er in tranceähnliche Rhythmen, die die Stimmung der Kompositionen verstärken. Beide Titel sind Coverversionen: „In A Silent Way“ schrieb der Wiener Joe Zawinul (siehe Albumtitel), „Choral“ stammt vom Schweizer Pianisten Thierry Lang. Sokal selbst beweist an den Saxophonen wie elegant er komplexe Strukturen in seine Improvisationen einfließen lässt. Einige Nummern sind pulsierender Jazz-Funk oder raffinierte Rock-Fusion. Auf jeden Fall ist eine riesige Ladung Energie in den sieben Kompositionen verpackt. Aus der Hand Sokals stammen Songs wie „Zephyr“ oder „Magic Transition“, tempogetrieben und manchmal mit elektronisch verfärbten Klängen.
Irgendwie hat man den Eindruck, dass sich Harry Sokal zurückhält, um den kongenialen Kollegen Räume zu öffnen. Einer der gelungensten Titel ist vielleicht Harrys „Day Dance“, in dem er sehr passend u.a. eine afrikanische Melodie spielt.

ewei – Februar 2026

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